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25 IV : Tag der Befreiung, Festa della Liberazione

25. April 2012

Heute ist in Italien Staatsfeiertag: 25. April, Tag der Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus.
Ein guter Grund, sich auf die großen Werte zu besinnen, die in der italienischen Verfassung verankert sind.
In den letzten Tagen bot sich uns einige Male die Gelegenheit, an einige Folgen jener schlimmen Zeiten zu denken. Auch wenn alles so weit weg erscheint, so sind doch immer noch Spuren jener Unterdrückung, jener Mentalität der Gleichschaltung und Freiheitsberaubung zu finden.
Wir hatten eine nette Familie aus Deutschland zu Besuch, die wir dank Blog kennengelernt hatten. „Bildungsflüchtlinge“ sagten wir halb im Scherz, aber die Bezeichnung trifft es eigentlich auf den Punkt: In Deutschland verbietet ein Gesetz aus dem Jahr 1938 (!) das Freilernen, also Hausunterricht, Homeschooling. Kinder müssen zur Schule gehen, egal, was passiert und wie es ihnen dabei geht. Wenn es dank einer Reihe von unglücklichen Zusammenfügungen (z. B. Lernschwierigkeiten, unsensible Lehrpersonen, starres Programm, Klassen von 30 Kindern usw.)  ganz schlimm kommt, dann spürt man diese Alternativlosigkeit in voller Härte. Ich weiß, dass man sich nicht vorstellen kann, was „schulkrank“ bedeutet, wenn man noch nie einen solchen Fall selbst miterlebt hat. Man ist als Eltern dann auch dazu bereit, ans Äußerste zu gehen, wie etwa das Land zu verlassen und irgendwo anders neu anzufangen.
Wir hörten fassungslos von unseren neuen Freunden, wie selbst der Schuldirektor und die betreuende Ärztin für den Sohn zumindest eine Übergangszeit für Homeschooling empfohlen hatten, trotzdem hat die Regierung den Antrag der Familie um diese Ausnahme zurückgewiesen. Um zumindest eine dreimonatige Ausnahmeregelung zu erhalten, muss ein deutsches Kind so krank sein, dass es schwer bettlägerig ist (z. B. krebserkrankt). Ich begleitete die Mutter zur Schuldirektorin unseres Grundschulsprengels, um Informationen über einen möglichen Umzug nach Südtirol einzuholen. Auch die Direktorin war erschüttert über das, was ihr erzählt wurde und sie sagte, einen solchen Fall hätte sie in ihrer ganzen Laufbahn noch nicht erlebt. Das glaube ich wohl, denn das italienische Schulsystem hat ganz andere Ausgangspositionen als das deutsche, so dass es so weit, so schlimm, eigentlich gar nicht kommen könnte oder sollte.
Ich finde das deutsche Schulsystem wirklich aus mehreren Gründen schrecklich: der Druck der „Auslese“ bereits in der vierten Klasse (Gymnasium für die guten, Hauptschule für die anderen Kinder), das System der Sonder- bzw. Förderschulen und nicht wie in Italien das Integrationsmodell (d.h. auch Kinder mit Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderungen werden in der Klasse integriert und erhalten ja nach Bedarf Unterstützung durch zusätzliche Integrationslehrpersonen). Bildung und Chancengleichheit als gleiches Recht für alle, aber eben nicht unbedingt nur über die Schule zu erfüllen. Übrigens war die Direktorin sehr freundlich und aufgeschlossen und informierte die Familie sei es über die Vorschriften und Möglichkeiten des Homeschooling wie auch über einen eventuellen Schulbesuch, einen Schul-Versuch sozusagen.
Immer wieder hört oder liest man von Fällen in Deutschland, wo betroffene Familien im wahrsten Sinne des Wortes die Flucht ergreifen. Auch meine Blogfreundin Nik ist u. a. der Lernfreiheit wegen nach Belgien gezogen, wo Homeschooling wie in den meisten europäischen Ländern möglich ist (außer in Deutschland hat auch Schweden letzthin diese Möglichkeit gesetzlich eingeschränkt). Da fühlen wir uns tatsächlich wie mitten im Paradies: wir, wo wir Homeschooling sozusagen als eine Art kreatives Experiment ausprobieren wollen, das einfach gut mit unserer Weltanschauung zusammenpasst. Es ist einfach die Freiheit da, das zu tun, wenn man es möchte. Und ich finde das gut so, ich finde es auch gut, dass dabei der Dialog mit den Institutionen weiterhin besteht (wenn man auch darüber diskutieren könnte, ob Prüfungen der beste Weg sind um zu nachzweisen, dass dem“ Recht auf Bildung“ Genüge getan wird). Es ist im Grunde dieselbe Freiheit wie jene, wie oft man sich am Tag die Zähne putzen möchte, ob man vegetarisch essen möchte, ob man einen Fernseher besitzen möchte oder nicht, ob man lieber Röcke oder Hosen trägt, ob man das Brot beim Bäcker oder im Supermarket kauft oder es lieber selbst backt. Es ist die Vielfältigkeit, die eine Gesellschaft lebendig und lernfähig erhält, das Zulassen von Möglichkeiten, ohne dass die verschiedenen Modelle dabei konkurrieren: in Wahrheit lernen sie voneinander, einfach schon nur dadurch, dass es sie gibt, was allen Vorteile bringen kann.
Alles Liebe, alles Gute an alle in Deutschland! Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass dieser Wahnsinn bald ein Ende haben wird, dass auch euren Kindern Lernfreiheit zugestanden wird. (> Homeschooling in Deutschland)
Wenn ein Staat ein gutes öffentliches Bildungssystem anbietet, muss er nicht fürchten, dass die Menschen in Scharen davon Abstand halten, im Gegenteil, gerade diese Möglichkeit würde es dem Staat auch erlauben, das eigene mit anderen Lernmodellen zu vergleichen, neue Schlussfolgerungen zu ziehen, sich eventuell anzupassen an die Veränderungen in der Gesellschaft, die auf diese Weise besser beobachtet und wahrgenommen werden können, usw.
Einen guten Tag der Befreiung, euch allen!
Und ein Hoch auf die Italienische Verfassung!

Oggi in Italia festeggiamo la Giornata della Liberazione da fascismo e nazionalsocialismo, il 25 aprile.
Un’occasione per ricordare i valori che stanno alla base della nostra Costituzione.
Negli ultimi giorni avevamo piú volte occasione di ricordare che ancora oggi ci sono tracce di quel drammatico pezzo della storia che portó oppressione, che alimentó la mentalitá dell’uniformizzazione e della rinuncia alla libertá dell’individuo.
Avevamo come ospiti una simpatica famiglia dalla Germania che avevamo conosciuto grazie a questo blog. Quasi scherzando li chiamiamo „profughi dell’istruzione“ ma a dire il vero questo termine non é sbagliato: In Germania una legge del 1938 (!) vieta l’educazione parentale, l’istruzione familiare, l’homeschooling. I bambini devono andare a scuola a prescindere da quello che non potrebbe andare bene nel caso specifico. Se ad esempio grazie ad una serie di coincidenze sfortunate (come disturbi di apprendimento, insegnanti insensibili o impreparati, programma rigido, classi di 30 bambini ecc.) le cose vanno proprio male per quel determinato bambino, allora questa cosa di non avere alternative la si sente davvero in modo brutale. So che non é possibile immaginare il significato di „mal di scuola“ se non si conosce un caso preciso, da vicino. Sto parlando di casi davvero al limite, di bambini pronti anche a non voler piú vivere, a pensare alle conseguenze piú gravi. In un caso come questo la famiglia é talmente disperata che é pronta a tutto pur di riuscire a ridare al figlio il diritto ad un’infanzia serena, anche di lasciare il proprio paese e di andare all’estero.
Abbiamo ascoltato a bocca aperta il racconto dei nostri nuovi amici. Anche il medico curante e il direttore della scuola avevano sostenuto (anzi la proposta é partita proprio da qui) di dover assolutamente trovare un modo per dare la possibilitá al bambino di poter abbandonare almeno per un certo periodo (di recupero psicologico diciamo) la scuola. Nonostante tutti questi pareri la risposta a questa richiesta, da parte del governo tedesco, é stata negativa: in Germania, per poter fare homeschooling, come eccezione naturalmente, almeno per tre mesi (poi bisognerebbe rifare la domanda), un bambino deve essere talmente ammalato da non potersi muovere dal letto, ad esempio se é malato di tumore.
Lunedí ho accompagnato la madre dalla direttrice della scuola elementare per avere informazioni come si potrebbe fare nel caso decidessero di lasciare la Germania per venire ad abitare qui. Anche la direttrice é rimasta scioccata dal racconto e ha detto che in tutta la sua esperienza non ha mai visto un caso come questo, anche perché il modello italiano non arriverebbe o non dovrebbe mai arrivare a delle conseguenze gravissime come queste.
Il sistema scolastico della Germania é davvero pessimo. Giá in quarta classe di scuola elementare si inizia a selezionare i bambini: quelli con i voti buoni potranno proseguire nel liceo, gli altri entrano nella Hauptschule che ha il significato di „sei scarso“, ovvero nessuno entra qui perché lo vuole ma solo perché non risulta „all’altezza“. Non poter frequentare il liceo ovviamente significa che sei fin dall’inizio tagliato fuori da tantissime professioni e future prospettive lavorative e di alta istruzione. Poi non esiste, come in Italia, il modello di integrazione: o sei abbastanza „sveglio“ per frequentare la scuola pubblica „normale“, oppure devi frequentare la scuola „speciale“: bambini con disturbi di apprendimento, con disturbi o problemi di comportamento, con disagi vari, con handicap. Quando la direttrice ha spiegato il nostro sistema, ovvero che ogni bambino ha il diritto all’istruzione nel senso dell’uguaglianza, diritto tradotto fra l’altro nel modello di integrazione con eventuali insegnanti di sostengo, alla madre é quasi venuto da piangere. Oltre al fatto che hai comunque sempre anche la libertá di scegliere il modello dell’istruzione familiare. Devo dire (e lo dico con una certa fierezza. Posso? :) ) che la direttrice é stata supergentile e superdisponibile, ha dato tutte le informazioni necessarie sia per l’eventuale opzione di homeschooling che per un eventuale inserimento nella sua scuola.
Non é raro che leggo di casi di famiglie della Germania che fanno esperienze simili e che effettivamente lasciano la loro patria per motivi come questi. Anche la mia blog-amica Nik si é trasferita tra l’altro in Belgio per la possibilitá dell’homeschooling che esiste praticamente in quasi tutti i paesi europei (a parte la Germania, anche la Svezia purtroppo ultimamente ha cambiato la legge che crea non pochi disagi fra le famiglie di homeschoolers). Davvero noi ci sentiamo in paradiso: Noi che abbiamo scelto l’homeschooling non per una necessitá nel senso di aver avuto problemi con la scuola, ma piú come esperimento creativo, perché ci piaceva l’idea di provarci, perché abbiamo scoperto che questo stile di educazione si addice al nostro modo di vedere e affrontare il mondo e la vita. Semplicemente, abbiamo la libertá di questa scelta, e questo lo trovo molto positivo, come trovo positivo il fatto che comunque ci sia il dialogo con le istituzioni (anche se in teoria si potrebbe discutere se davvero il metodo migliore per scoprire se il bambino gode del suo „diritto di istruzione“, siano gli esami di idoneitá, ma come scrivevo ieri non é che noi personalmente per questo ci troviamo in difficoltá). In pratica é una scelta come tante altre: come la decisione di quante volte al giorno lavarsi i denti, di avere o non un televisore, dello stile di alimentazione, di abbigliamento, di comprare il pane dal panettiere o al supermercato o di farselo in casa. È il pluralismo quello che fa crescere la societá e la rende viva e in movimento, che offre spunti di sviluppo e di progressione. Dare „la possibilitá di“ senza che i modelli siano in concorrenza: in realtá proprio grazie al continuo confronto e scambio tutti ne traggono dei vantaggi, semplicemente giá per il fatto di esistere e di poter esistere.
Cari amici, care amiche in Germania, vi faccio i miei migliori auguri di riuscire, finalmente, a liberarvi di quella brutta legge del 1938! Se lo stato offre un buon sistema di istruzione non deve aver paura che le famiglie non lo considerino, anzi proprio la possibilitá di facilitare anche eventuali alternative mette in evidenza la qualitá dell’offerta, dá possibilitá di confronto e riflessione e dá modo di osservare meglio i cambiamenti nella societá per poter migliorare le proposte e le risposte concrete.
Buona Giornata della Liberazione, e un grande Urrá alla Costituzione Italiana!

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13 Kommentare leave one →
  1. april permalink
    25. April 2012 10:48

    Ich halte das deutsche Bildungssystem schon seit vielen Jahren für marode und alle Reformbestrebungen für Flickwerk und ich finde, die Lage ist total verfahren. Froh bin ich, dass ich nichts mehr damit zu tun habe.
    LG, April

    • Sybille permalink*
      25. April 2012 12:52

      Wir hörten, dass es viele engagierte Lehrpersonen gibt, (solchen „begegnet“ man ja auch in der Blogsphäre), denen aber an einem gewissen Punkt eben durch das System die Hände gebunden sind.
      Bestimmt macht nicht nur ein Bildungsmodell, sondern auch die Personen selbst den großen Unterschied, hier in Italien läuft ja auch nicht alles wie geschmiert, im Gegenteil, gerade mit dem aktuellen Sparkurs der Regierung wird es noch zu Problemen kommen, denke ich mir. Trotzdem ist der Ansatz ein anderer und den finde ich schon gut so.

      • april permalink
        25. April 2012 14:49

        Ich glaube, es sind immer die Personen, aber sie können sich auch nur in einem bestimmten, von anderen gesteckten Rahmen bewegen.

      • Sybille permalink*
        25. April 2012 15:03

        Ja, das hast du genau richtig formuliert.

  2. 25. April 2012 12:38

    Ho letto con molto interesse questo post e mi sono immaginata in Germania con una bambina affetta da D.S.A. Mi sono venuti i brividi.
    E‘ faticoso gestire una difficoltà specifica di apprendimento ma almeno in italia non ci sono scuole speciali o bambini di „serie B“.
    Spero anche io che qualcosa cambi, altrimenti poveri bambini.

    • Sybille permalink*
      25. April 2012 12:46

      Infatti, secondo me questo é uno dei punti forti del sistema scolastico italiano. Non significa che per questo tutto vada liscio, ma almeno i presupposti ci sono, poi tanto dipende – come sempre – dalle persone che fanno la differenza.
      Infatti mi raccontavano che hanno incontrato insegnanti davvero in gamba che hanno fatto il possibile per gestire „il problema“, ma sotto certe condizioni arrivi solo fino ad un certo punto. Credo che gli insegnanti in Germania sono fra i primi che criticano il loro sistema…
      Ciao Catia e buon 25 aprile!

      • 25. April 2012 12:51

        Grazie!
        Peraltro oggi è il compleanno del mio papà e quindi per noi è una doppia festa!

      • Sybille permalink*
        25. April 2012 12:53

        Allora buona festa anche per il compleanno!
        Se non ricordo male anche il tuo compleanno é in questo periodo, vero?

  3. 25. April 2012 13:16

    si, tra poco meno di un mese. Il 21 maggio compirò …. 43 anni!!!!

  4. 25. April 2012 13:24

    Dimenticavo! Passa trovarmi. C’è qualcosa per te! Spero ti faccia piacere!

  5. 25. April 2012 16:28

    E‘ incredibile che in Germania non diano la possibilità ad un bambino e alla famiglia di trovare il metodo d’istruzione migliore per lui. Non mi piace la rigidità del sistema tedesco. Come dici tu, il sistema italiano ha molti difetti però lo preferisco.
    w il 25 aprile

    • Sybille permalink*
      25. April 2012 17:05

      Ben detto! Buon 25 aprile a te!

  6. 25. April 2012 18:32

    W la libertà!!

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